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17 Benefits, die mehr wirken als Firmenfitness allein

Firmenfitness ist ein guter Start. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report findest Du 17 steueroptimierte Benefits, mit denen Du Dich als Arbeitgeber klar abhebst. Aus über 5.000 Beratungen mit Mittelständlern zusammengestellt.

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Felix Anrich
Felix Anrich ist Mitbegründer von FAIRFAMILY und ein führender Experte für Arbeitgeber-Attraktivität in Deutschland, der den Benefit-Markt revolutioniert hat.

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22. Juli 2026 | von Felix Anrich

Firmenfitness im Mittelstand: Was es wirklich kostet, wie es wirkt und wann es sich lohnt

Firmenfitness zählt zu den meistgenannten Benefits in deutschen Stellenanzeigen. Das Konzept ist klar: Der Arbeitgeber bezuschusst sportliche Aktivitäten seiner Belegschaft, steuer- und sozialabgabenfrei über den monatlichen Sachbezug. Bis zu 50 Euro je Person sind möglich, ohne dass Lohnsteuer oder Sozialabgaben anfallen. Aus über 5.000 Beratungen mit Mittelständlern zeigt sich aber: Programme mit niedrigen Nutzungsquoten kosten Geld, ohne den Krankenstand zu senken. Wer wissen will, wie Firmenfitness wirklich rechnet, welche steuerlichen Förderungen parallel genutzt werden können und warum der Benefit nur dann auf Fehlzeiten wirkt, wenn er in ein durchdachtes System eingebettet ist, findet hier die wichtigsten Fakten.

Firmenfitness

Was ist Firmenfitness?

Firmenfitness ist kein geschützter Rechtsbegriff. Er beschreibt ein Konzept, das Unternehmen einen klaren Spielraum lässt. Wichtig ist zu verstehen, wo der Begriff aufhört und das breitere Thema betriebliches Gesundheitsmanagement beginnt.

Definition: Was zählt als Firmenfitness?

Firmenfitness bezeichnet alle Maßnahmen, bei denen ein Unternehmen sportliche Aktivitäten seiner Mitarbeitenden ermöglicht oder bezuschusst. Das reicht von der klassischen Kooperation mit einem Fitnessstudio über digitale Sportkurse bis hin zu betriebseigenen Kursangeboten. Eine gesetzliche Definition gibt es nicht, wohl aber einen klaren steuerlichen Rahmen.

Verwandte Begriffe machen die Abgrenzung deutlicher: Firmensport und Betriebssport beschreiben häufig den gemeinschaftlichen Aspekt, also gemeinsame Sportgruppen, Laufteams oder Firmensport-Challenges. Der Unterschied zu Firmenfitness liegt im Fokus: Firmensport betont das Gemeinschaftliche, Firmenfitness das individuelle, flexibel nutzbare Angebot. Für die Praxis ist dieser Unterschied weniger wichtig als die Frage, wie das Angebot steuerlich eingeordnet wird.

Firmenfitness ist ein Teilbereich der betrieblichen Gesundheitsförderung, kurz BGF. Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst alle Maßnahmen, die Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern: Bewegungsförderung, Ernährung, Stressmanagement und Ergonomie. Betriebliche Gesundheitsförderung ist in §20b SGB V gesetzlich verankert, was bedeutet: Krankenkassen fördern zertifizierte Maßnahmen aktiv mit. Die BGF ist wiederum ein Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Das BGM bildet das organisatorische Dach: Es umfasst Analyse, Planung, Umsetzung und Erfolgsmessung aller gesundheitsbezogenen Maßnahmen im Unternehmen. Innerhalb des BGM ist betriebliche Gesundheitsförderung der operative Teil, also das, was Mitarbeitende direkt wahrnehmen und nutzen. Wer Firmenfitness ohne diesen BGM-Rahmen betreibt, hat im Controlling das Problem, den Effekt nicht sauber zu messen und dem Management zu berichten.

Wie funktioniert Firmenfitness in der Praxis?

Die häufigste Umsetzung: Das Unternehmen schließt eine Kooperation mit einem Anbieter, der Zugang zu einem Netzwerk aus Sportstudios, Schwimmbädern, Yoga-Studios und Kursen anbietet. Mitarbeitende melden sich über eine App an und können das Netzwerk deutschlandweit nutzen. Der Arbeitgeber übernimmt die Mitgliedsgebühr ganz oder teilweise und rechnet sie über den steuerfreien Sachbezug ab.

FAIRFAMILY setzt dieses Modell über eine offizielle Partnerschaft mit Urban Sports Club um. Das Netzwerk umfasst tausende Sportstätten bundesweit, ist über eine App nutzbar und läuft digital. Die Abrechnung erfolgt über den Sachbezug, der Verwaltungsaufwand für HR hält sich in engen Grenzen.

Mehr als ein Fitnesszuschuss: 17 Benefits im Überblick

Firmenfitness ist ein Baustein. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report bekommst Du einen vollständigen Überblick, welche steueroptimierten Benefits über alle Altersgruppen und Berufsbilder hinweg wirken.

Warum Firmenfitness für Mittelständler immer relevanter wird

Zwei Entwicklungen machen Firmenfitness zu mehr als einem optionalen Wohlfühlangebot: steigende Fehlzeiten und ein schärferer Wettbewerb um Fachkräfte. Beide Punkte lassen sich beziffern. Im Hintergrund wirkt der demografische Wandel als dauerhafter Verstärker: Demografischer Wandel bedeutet im Unternehmensalltag, dass die Belegschaft im Schnitt älter wird, Verschleißerkrankungen häufiger auftreten und Prävention wirtschaftlich immer wichtiger wird.

Der Krankenstand trifft den Mittelstand am härtesten

Laut AOK Fehlzeitenreport 2024 lagen die durchschnittlichen Fehltage je Beschäftigtem bei rund 20 Tagen pro Jahr. Für einen Betrieb mit 80 Mitarbeitenden bedeutet das 1.600 Fehltage, die bewältigt werden müssen. Der Kostenfaktor dahinter wird oft unterschätzt.

Faustformel aus der Beratungspraxis: Ein Krankheitstag kostet 300 bis 500 Euro je Teammitglied. Dieses Geld fließt in Lohnfortzahlung, Produktivitätsverluste, Vertretungsorganisation und gestörte Abläufe. Bei 1.600 Fehltagen und konservativ gerechneten 300 Euro je Tag entstehen 480.000 Euro jährliche Krankenstandskosten ohne Gegenleistung.

Die häufigsten Ursachen für Fehlzeiten sind Muskel-Skelett-Erkrankungen (Rücken, Nacken, Gelenke), psychische Belastungen und Atemwegserkrankungen. Regelmäßige Bewegung wirkt präventiv gegen Rückenschmerzen und typische Bürobeschwerden. Sport gehört zu den belegten Faktoren bei der Stressreduktion und beim Erhalt der mentalen Gesundheit. Das macht Firmenfitness zum direkten Hebel gegen die häufigsten Krankenstandstreiber.

Hinzu kommt der demografische Wandel: Die Belegschaft wird im Schnitt älter. Ältere Mitarbeitende sind statistisch anfälliger für Muskel-Skelett-Erkrankungen und chronische Beschwerden. Investitionen in Bewegungsförderung und Prävention zahlen sich deshalb über Jahre aus, besonders wenn sie frühzeitig einsetzen und die Belegschaft dauerhaft aktivieren.

Benefit als Einstellungskriterium: Was Bewerber heute erwarten

Top-Arbeitgeber in Deutschland investieren zwischen 5 und 10 Prozent ihrer Gehaltssumme in besondere Benefits. Gehalt und Arbeitsplatzsicherheit sind Grundvoraussetzungen geworden, kein Differenzierungsmerkmal mehr. Fitnesszuschuss, betriebliche Krankenversicherung und Sachbezüge tauchen in Bewerbungsgesprächen regelmäßig als Entscheidungskriterien auf.

Firmenfitness ist dabei ein sichtbares, konkret kommunizierbares Benefit. Es zeigt Bewerbenden: Dieses Unternehmen kümmert sich um die Gesundheit seiner Mitarbeitenden. Das stärkt die Mitarbeiterbindung und macht Employer Branding greifbar. Wer Fluktuation vermeiden will, ein Mitarbeiterwechsel kostet je nach Position zwischen 30 und 150 Prozent eines Jahresgehalts, sollte in Bindung investieren. Ein attraktives Firmenfitness-Angebot ist auch ein positiver Faktor für das Recruiting neuer Fachkräfte, der sich in Bewerberzahlen und Annahmeraten messen lässt.

Ein oft unterschätzter Nebeneffekt: Gemeinsame sportliche Aktivitäten stärken den Teamgeist. Ob Laufgruppe, gemeinsamer Kurs oder Team-Challenge, Firmensport und Firmenfitness schaffen soziale Kontakte, die das Betriebsklima verbessern und die Zusammenarbeit im Alltag fördern. Teambuilding und Motivation wachsen, wenn Sport als gemeinsames Thema etabliert wird. Das stärkt nicht nur den Zusammenhalt, sondern zeigt sich messbar in Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität. Teambuilding durch Sport ist damit kein weicher Faktor, sondern ein konkreter Hebel für das Employer Branding nach innen: Wer das eigene Team durch sinnvolle Aktivitäten zusammenbringt, schafft Identifikation mit dem Unternehmen.

Firmenfitness steuerfrei: Die zwei Wege, die Du kennen musst

Firmenfitness steuerfrei: Die zwei Wege, die Du kennen musst

Die meisten Betriebe kennen den Sachbezug. Weniger bekannt ist, dass ein zweiter steuerlicher Förderweg daneben genutzt werden kann. Beide zusammen machen Firmenfitness zu einem wirtschaftlich deutlich stärkeren Instrument.

Weg 1: Der Sachbezug (50 Euro pro Monat)

Grundlage ist §8 Abs. 2 EStG. Arbeitgeber können Mitarbeitenden monatlich bis zu 50 Euro als Sachbezug zuwenden, steuer- und sozialabgabenfrei. Eine Firmenfitness-Mitgliedschaft zählt als Sachleistung und kann über diesen Weg abgerechnet werden. Der Fitnesszuschuss über den Sachbezug ist damit eine der steuerlich saubersten Möglichkeiten, ein gesundheitsbezogenes Benefit zu finanzieren.

Wichtig für die Praxis: Die 50-Euro-Freigrenze gilt für alle Sachbezüge zusammen im jeweiligen Monat. Wer bereits einen Sachbezug für andere Zwecke nutzt, muss die Gesamtsumme im Blick behalten. Überschreitet die Summe aller Sachbezüge 50 Euro pro Monat, wird der gesamte Betrag lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig. Die Freigrenze funktioniert als Schwellenwert, nicht als Freibetrag.

Weg 2: Die BGF-Förderung (600 Euro pro Jahr, §3 Nr. 34 EStG)

Zusätzlich zum Sachbezug gibt es eine eigenständige Förderung für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. §3 Nr. 34 EStG erlaubt Arbeitgebern, bis zu 600 Euro je Person und Jahr steuerlich begünstigt zuzuschießen, wenn es sich um zertifizierte Präventionskurse handelt. Das sind nicht dieselben Mittel wie der Sachbezug. Beide Wege können parallel genutzt werden.

Förderfähige Maßnahmen sind Rückenschulkurse, Stressbewältigungskurse und Ernährungsberatung, sofern sie nach §20 SGB V zertifiziert sind. Wer Firmenfitness klug plant, kombiniert: 50 Euro Sachbezug für die Sportmitgliedschaft und bis zu 600 Euro BGF-Förderung jährlich für zertifizierte Präventionskurse. Beide Töpfe laufen steuerlich getrennt nebeneinander.

Rechenbeispiel: Was Firmenfitness den Arbeitgeber wirklich kostet

Vergleich
Kosten Arbeitgeber
Nettowert für Mitarbeitende
Lohnsteuer und Sozialabgaben
Gehaltserhöhung 50 € brutto
ca. 65 bis 70 € (inkl. AG-Sozialversicherungsanteil)
ca. 25 bis 35 € (nach Steuer und SV-Abzügen)
Ja
Sachbezug 50 € (Firmenfitness)
50 €
50 € (keine Abzüge)
Nein

Der Sachbezug kommt mit dem vollen Betrag beim Mitarbeitenden an. Der Nettomehrwert ist fast doppelt so hoch wie bei einer vergleichbaren Gehaltserhöhung, bei geringeren Kosten für den Arbeitgeber. Das ist die wirtschaftliche Grundlogik hinter der Entscheidung für Firmenfitness als Benefit.

Über 95 % der Fördertöpfe bleiben ungenutzt

Sachbezug und BGF-Förderung sind erst der Anfang. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report zeigen wir Dir, welche weiteren Förderungen Du kombinieren kannst und wie Du so bis zu 1.000 Euro je Mitarbeitenden jährlich hebst.

Firmenfitness einführen: Was wirklich entscheidet, ob es wirkt

Die steuerliche Förderung ist der einfache Teil. Der schwierigere ist die Aktivierung. Viele Betriebe zahlen Firmenfitness-Beiträge und sehen keine messbare Wirkung auf Fehlzeiten oder Wohlbefinden. Das liegt selten am Angebot selbst, meistens an der Umsetzung.

Das Aktivierungsproblem: Fitness-Benefits erreichen oft nur die Fitten

Ein Logistikbetrieb mit 120 Mitarbeitenden führte eine Kooperation mit einem lokalen Fitnessstudio ein, 40 Euro Fitnesszuschuss im Monat. Nach sechs Monaten hatten 18 Personen die Mitgliedschaft beantragt. Das entspricht 15 Prozent der Belegschaft. Die anderen 85 Prozent, viele im Schichtdienst, mit langen Pendelwegen oder schlicht ohne Interesse am klassischen Fitnessstudio, nutzten das Angebot nicht. Erst als das Unternehmen auf eine App-basierte Mitgliedschaft mit bundesweitem Sportnetzwerk und Online-Kursen umstellte, stieg die Nutzungsquote auf über 40 Prozent. Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation verbesserten sich messbar.

Das ist kein Einzelfall. Aus über 5.000 Beratungen zeigt sich: Reine Präventions- und Fitnessangebote, die auf klassische Fitnessstudios beschränkt sind, erreichen im Durchschnitt nur 10 bis 15 Prozent der Belegschaft. Das sind hauptsächlich die Mitarbeitenden, die ohnehin sportlich aktiv sind. Die Personen, deren Gesundheitsstatus tatsächlich Handlungsbedarf hat, werden durch ein lokales Fitnessstudio häufig nicht erreicht, besonders in Branchen wie Handwerk, Pflege oder Produktion.

Flexibilität als Voraussetzung für hohe Nutzungsquoten

Firmenfitness wirkt nur, wenn die Mitgliedschaft zur Lebenssituation der Mitarbeitenden passt. Eine Pflegekraft im Schichtdienst hat andere Möglichkeiten als eine Verwaltungskraft mit geregelten Arbeitszeiten. Außendienstmitarbeitende, die bundesweit unterwegs sind, brauchen andere Zugangswege als Mitarbeitende an einem festen Standort.

  • Großes Partnernetzwerk, deutschlandweit nutzbar
  • Online-Kurse und On-Demand-Inhalte gleichwertig zum Studio-Besuch
  • App-basierte Buchung ohne Papierkram und manuelle Abrechnung
  • Flexibilität zwischen Sportarten, Kursen und Aktivitäten je nach Lebenssituation

Nutzungsquoten über 50 Prozent sind realistisch, wenn das Angebot breit genug aufgestellt ist. Das ist die Zielmarke, ab der Firmenfitness anfängt, spürbare Effekte auf Wohlbefinden, Motivation und Produktivität der Belegschaft zu zeigen. Regelmäßige Bewegung reduziert Rückenschmerzen und Verspannungen, stärkt die Motivation im Arbeitsalltag und wirkt sich positiv auf die Konzentration aus. Unterhalb der 50-Prozent-Nutzungsmarke bleibt der Benefit weitgehend folgenlos für den Krankenstand.

Verwaltungsaufwand: Was HR wirklich leisten muss

Viele HR-Teams zögern bei neuen Benefits, weil sie Mehrarbeit befürchten. Bei einer gut aufgesetzten Firmenfitness-Lösung hält sich der Aufwand in engen Grenzen. Onboarding läuft digital, Mitarbeitende registrieren sich selbst, und die monatliche Abrechnung erfolgt automatisch. Neue Personen werden unkompliziert hinzugefügt, beim Austritt deaktiviert. Der reale HR-Aufwand liegt bei wenigen Minuten im Monat, wenn das System stimmt. Das ist der Unterschied zwischen einer Kooperation, die die Personalabteilung entlastet, und einer, die zusätzliche Bürokratie produziert.

Firmenfitness als Baustein eines Gesundheits-Benefit-Systems

Firmenfitness als Baustein eines Gesundheits-Benefit-Systems

Firmenfitness allein senkt keinen Krankenstand dauerhaft. Wer das weiß, setzt den Benefit zielgerichteter ein und plant die Einführung von Anfang an richtig. Betriebliche Gesundheitsförderung entfaltet ihre volle Wirkung erst dann, wenn Einzelmaßnahmen zu einem kohärenten System werden.

Warum Einzelmaßnahmen oft keine messbare Wirkung zeigen

Rückenschmerzen entstehen durch Fehlbelastungen über Monate. Psychische Erschöpfung entsteht durch strukturelle Überlastung. Atemwegserkrankungen hängen mit Immunresilienz und Lebensgewohnheiten zusammen. Bewegung ist ein wichtiger Faktor, aber kein vollständiges Gegenmittel gegen diese Ursachen. Unternehmen, die Firmenfitness als alleinstehende Maßnahme einführen, ohne Führungskräftebeteiligung, ohne Kommunikation, ohne Controlling, stellen nach einem Jahr fest: Die Nutzungsquote stagniert und der Krankenstand ist unverändert.

Der entscheidende Faktor ist Sensibilisierung. Ein Benefit, den kaum jemand kennt oder versteht, wird nicht genutzt. Und ein Angebot, das Führungskräfte nicht vorleben, wirkt auf die Belegschaft als Formalität. Dann bleiben Mitarbeiterzufriedenheit, Wohlbefinden und Produktivität hinter dem zurück, was möglich wäre.

Hinzu kommt die Frage der Zielgruppe. Firmenfitness stärkt primär das physische Wohlbefinden und die körperliche Fitness. Die häufigsten Krankenstandstreiber in deutschen Unternehmen, psychische Belastungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen, brauchen aber einen breiteren Ansatz: Zugang zu psychologischer Unterstützung, schnelle Facharzttermine, Kostenübernahme bei Physiotherapie und eine aktive Führungskultur, die das Thema Gesundheit ernst nimmt.

Wie Firmenfitness im Gesamtsystem funktioniert

Ein Gesundheits-Benefit-System, das alle Mitarbeitenden erreicht, egal welche Altersgruppe, welcher Standort, welche Berufsgruppe, deckt mehrere Ebenen ab: Bewegung und körperliche Fitness über eine Firmenfitness-Mitgliedschaft, mentale Gesundheit durch Coaching und Krisenunterstützung, schnellen Zugang zu Fachärzten und Kostenübernahme für Gesundheitsleistungen außerhalb der gesetzlichen Versicherung sowie Prävention durch zertifizierte Kurse nach §20 SGB V. Firmenfitness über ein bundesweites Netzwerk wie Urban Sports Club übernimmt dabei die Bewegungsebene.

Wer dieses System konsequent mit Sensibilisierung und Führungskräfteinbindung kombiniert, sieht messbare Ergebnisse: steigende Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Mitarbeiterbindung, stärkeres Employer Branding nach innen und außen. Fluktuation sinkt, weil Mitarbeitende das Gefühl haben, dass ihr Arbeitgeber in ihre Gesundheit investiert, konkret und spürbar. Mitarbeiterzufriedenheit ist dabei kein weicher Wohlfühlfaktor, sondern ein messbarer Geschäftsvorteil: Zufriedene Mitarbeitende fehlen seltener, kündigen seltener und empfehlen ihren Arbeitgeber aktiv weiter. Das stärkt sowohl Mitarbeiterbindung als auch Employer Branding im Recruiting-Markt.

Der 4-Phasen-Plan, den FAIRFAMILY mit Unternehmen umsetzt, beginnt mit einer Analyse der häufigsten Krankenstandsursachen und der Belegschaftsstruktur. Darauf folgt die Auswahl passender Maßnahmen, abgestimmt auf Altersgruppen, Berufsbilder und Standorte. Die Einführung läuft mit Sensibilisierung auf allen Ebenen, Führungskräfte eingeschlossen. Das Controlling misst Nutzungsquoten, Fehlzeiten und Gesundheitskennzahlen quartalsweise.

Das Ziel: 30 bis 50 Euro je Mitarbeitenden und Monat investieren, und die Belegschaft erhält über staatliche Förderungen und Steuerfreibeträge in über 20 Lebensbereichen Gesundheitsleistungen im Wert von über 1.000 Euro jährlich. Das gelingt, wenn alle Förderungen sauber kombiniert werden und das System konsequent gelebt wird.

Aus Einzelmaßnahmen wird ein System

Firmenfitness allein senkt keinen Krankenstand dauerhaft. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report erfährst Du, wie ein ganzheitliches Gesundheits-Benefit-System aufgebaut ist und welche 17 Leistungen hineingehören.

Fazit zu Firmenfitness

Firmenfitness ist steuerlich attraktiv, kommunizierbar und bietet Mitarbeitenden echten Mehrwert. Der 50-Euro-Sachbezug macht es finanzierbar, ein bundesweites Sportnetzwerk macht es alltagstauglich. Zusätzlich lässt sich die BGF-Förderung von bis zu 600 Euro jährlich nach §3 Nr. 34 EStG für zertifizierte Präventionskurse parallel nutzen. Das sind zwei unterschiedliche steuerliche Wege, die sich ergänzen.

Wer Firmenfitness einführt, sollte zwei Fragen im Vorfeld beantworten. Erstens: Wie wird das Angebot so aufgestellt, dass es die gesamte Belegschaft erreicht und nicht nur die ohnehin Sportbegeisterten? Zweitens: In welches Gesundheitssystem wird es eingebettet, damit es messbare Wirkung zeigt und nicht nach einem Jahr als Kostenpunkt ohne Ertrag dasteht?

Firmenfitness ist kein Selbstläufer. Gut eingesetzt ist es aber ein starker Baustein: Er stärkt das Recruiting, senkt Fluktuation, verbessert die Mitarbeiterbindung und legt den Grundstein für sinkende Fehlzeiten, wenn die richtigen Maßnahmen um ihn herum aufgebaut werden. Der sinnvolle erste Schritt ist eine ehrliche Analyse: Welche Krankenstandsursachen sind in Deinem Unternehmen die häufigsten, und welche Benefits passen dazu wirklich?

FAQ: Häufige Fragen zu Firmenfitness

Was versteht man unter Firmenfitness?

Firmenfitness bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen die sportlichen Aktivitäten seiner Mitarbeitenden ermöglicht oder bezuschusst. Das umfasst Kooperationen mit Fitnessstudios, digitale Sportkurse und bundesweite Sportnetzwerke. Firmenfitness ist ein Teilbereich der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und damit ein Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Als Nebeneffekt fördert Firmenfitness durch gemeinschaftliche Sportangebote das Teambuilding und stärkt das Betriebsklima.

Ist Firmenfitness für Arbeitgeber steuerfrei?

Ja, wenn Firmenfitness als Sachbezug abgerechnet wird. Arbeitgeber können monatlich bis zu 50 Euro je Mitarbeitenden steuer- und sozialabgabenfrei über den Sachbezug nach §8 Abs. 2 EStG leisten. Zusätzlich erlaubt §3 Nr. 34 EStG: Betriebliche Gesundheitsförderung wird mit bis zu 600 Euro jährlich je Person steuerlich begünstigt, wenn es sich um zertifizierte Präventionskurse handelt. Beide Wege laufen parallel und unabhängig voneinander.

Was kostet Firmenfitness den Arbeitgeber pro Monat?

Typische Kosten für eine Firmenfitness-Mitgliedschaft über ein bundesweites Netzwerk liegen zwischen 25 und 50 Euro je Mitarbeitenden und Monat, abhängig vom Angebot und vom Eigenanteil der Mitarbeitenden. Nutzt der Arbeitgeber den vollen Sachbezug von 50 Euro, fallen dafür keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben an.

Wie hoch ist die steuerfreie Freigrenze bei Firmenfitness?

Der monatliche Sachbezug liegt bei 50 Euro je Person und gilt für alle Sachleistungen zusammen. Separat davon können bis zu 600 Euro jährlich über §3 Nr. 34 EStG für zertifizierte Präventionsmaßnahmen steuerlich begünstigt gewährt werden. Beide Beträge laufen nebeneinander und können parallel genutzt werden.

Welche Mitarbeitenden können Firmenfitness nutzen?

Damit Firmenfitness steuerlich als Sachbezug anerkannt wird, muss das Angebot grundsätzlich allen Mitarbeitenden offenstehen, mindestens 90 Prozent der Belegschaft. Einzelne Ausschlüsse (z. B. bei befristeten Verträgen) sind möglich und sollten mit dem Steuerberater abgestimmt werden. Ein bundesweites Netzwerk mit Online-Kursen erreicht erfahrungsgemäß deutlich mehr Mitarbeitende als eine lokale Studio-Kooperation und eignet sich daher besonders für Unternehmen mit Schichtbetrieb, Außendienst oder mehreren Standorten.