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Wie Du langjährige Mitarbeitende wirklich bindest: Nicht nur zum Jubiläum

Einmalige Gesten reichen nicht. Wer Treue dauerhaft belohnen will, braucht ein System aus Benefits, das emotional wirkt und steueroptimiert ist. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report erfährst Du, welche 17 Leistungen Mitarbeitende wirklich binden – und wie Du sie mit minimalem Verwaltungsaufwand umsetzt.

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Felix Anrich
Felix Anrich ist Mitbegründer von FAIRFAMILY und ein führender Experte für Arbeitgeber-Attraktivität in Deutschland, der den Benefit-Markt revolutioniert hat.

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12. Juni 2026 | von Felix Anrich

25-jähriges Dienstjubiläum: Wie Du diesen Meilenstein als Arbeitgeber richtig nutzt

Ein Vierteljahrhundert im selben Unternehmen ist selten geworden. Wer das 25-jährige Dienstjubiläum einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters feiert, hat jemanden, der Krisen, Umstrukturierungen und Führungswechsel mitgemacht hat, und trotzdem geblieben ist. Das verdient mehr als einen Blumenstrauß. Im öffentlichen Dienst ist die Reaktion gesetzlich geregelt: 350 Euro Jubiläumsgeld und ein freier Tag laut TVöD, auch für Teilzeitkräfte in voller Höhe. In der freien Wirtschaft gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Was Du zahlst, schenkst oder feierst, liegt vollständig bei Dir, und genau darin steckt die Chance. Dieser Artikel zeigt Dir, welche steuerlichen Möglichkeiten Du hast, welche Fehler die meisten Unternehmen machen, und wie Du ein 25-jähriges Dienstjubiläum so gestaltest, dass es tatsächlich etwas bewegt.

Erholungsbeihilfe steuerfrei

Was ein 25-jähriges Dienstjubiläum für Dein Unternehmen bedeutet

25 Jahre Betriebszugehörigkeit sind wirtschaftlich bedeutsam, nicht nur symbolisch. Wer so lange bleibt, hat im Laufe der Zeit Wissen aufgebaut, das sich nicht einfach ersetzen lässt. Gleichzeitig setzt das Jubiläum ein Signal an das restliche Team: Was passiert hier, wenn jemand lang bleibt?

Der wirtschaftliche Wert langjähriger Mitarbeitender

Jede Neubesetzung kostet. Aus über 5.000 Beratungen im Mittelstand wissen wir: Realistisch liegen die Gesamtkosten einer Fluktuation, von der Stelle aus, über Recruiting bis zur vollständigen Einarbeitung, bei 6 bis 12 Monatsgehältern der Position. Bei einer Fachkraft mit 45.000 Euro Jahresgehalt sind das 22.500 bis 45.000 Euro, die still aus dem Unternehmen abfließen, ohne dass sie in der Bilanz sichtbar werden.

Wer 25 Jahre bleibt, hat diese Kosten nicht verursacht. Mehr noch: Diese Person kennt Lieferanten, Kundenverhalten, interne Abläufe und Unternehmensgeschichte auf eine Weise, die in keinem Onboarding-Prozess der Welt weitergegeben werden kann. Das ist konkreter wirtschaftlicher Wert. Ihn anzuerkennen ist keine Geste der Nettigkeit, sondern unternehmerisch sinnvoll.

Warum die meisten Unternehmen diesen Moment verschenken

Die typische Reaktion auf ein 25-jähriges Dienstjubiläum im Mittelstand: ein kurzes Gespräch beim Geschäftsführer, eine Urkunde aus dem Drucker und vielleicht ein Gutschein von der Tankstelle auf dem Weg ins Büro. Das ist keine Übertreibung. In der Beratungspraxis begegnet mir das regelmäßig.

Das Problem: Die Mitarbeitenden reden miteinander. Was beim 25-Jährigen passiert, wird im Team kommentiert. Wer sieht, dass Treue so gewürdigt wird, zieht daraus Rückschlüsse auf den eigenen Wert im Unternehmen. Ein unbedachtes Jubiläum kostet mehr, als es spart.

Hinzu kommt: 95 % der Unternehmen lassen steuerliche Möglichkeiten komplett ungenutzt. Eine Jubiläumszuwendung lässt sich so gestalten, dass ein echter Nettovorteil entsteht, sowohl für die beschenkte Person als auch für Dich als Arbeitgeber. Wer das nicht kennt, zahlt zu viel oder gibt zu wenig.

Du nutzt erst einen von über 20 Steuerfreibeträgen

Die Erholungsbeihilfe ist einer der einfachsten Einstiege – aber nicht das Ende. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report findest Du 17 weitere steueroptimierte Leistungen, die Du heute noch nicht nutzt, aber sofort einführen könntest.

Jubiläumszuwendung: Deine steuerlichen Möglichkeiten

Sobald Du entschieden hast, dass ein 25-jähriges Dienstjubiläum mehr als ein Handschlag wert ist, stellt sich die steuerliche Frage. Die Antwort hängt davon ab, ob Du eine Geldleistung oder eine Sachleistung wählst und wie hoch der Betrag ist. Die Unterschiede sind erheblich.

Geldleistung versus Sachleistung

Barzahlungen zum Dienstjubiläum, egal wie hoch, sind lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Zahlst Du 1.000 Euro brutto, kommt beim Mitarbeitenden je nach Steuerklasse oft nur die Hälfte an. Das ist weder wirtschaftlich noch wertschätzend.

Sachleistungen folgen anderen Regeln. Bis zu 60 Euro pro Anlass kannst Du steuerfreie Aufmerksamkeiten überreichen, zum Beispiel als Sachbezugskarte, Erlebnisgutschein oder Warenkorb, ohne dass dafür Lohnsteuer anfällt. Das klingt nach wenig, ist aber ein sauberer Einstieg, der sich mit anderen Instrumenten kombinieren lässt.

Wichtig: Die 60-Euro-Grenze gilt pro Anlass und ist nicht mit dem monatlichen Sachbezugsfreibetrag von 50 Euro zu verwechseln. Beide lassen sich gleichzeitig nutzen.

Die Fünftelregelung und was sich seit 2025 geändert hat

Wer eine größere Jubiläumsprämie als Geldleistung auszahlt, kann die sogenannte Fünftelregelung nutzen. Das Prinzip: Eine Einmalzahlung wird steuerlich so behandelt, als wäre sie auf fünf Jahre verteilt worden. Das senkt den Steuersatz und lässt netto mehr beim Mitarbeitenden.

Seit dem 1. Januar 2025 gilt jedoch eine neue Regelung. Arbeitgeber müssen die Prämie nicht mehr selbst mit der Fünftelregelung abrechnen. Die Sonderzahlung wird als „sonstiger Bezug“ in der Lohnsteuerbescheinigung (Zeile 10: „Arbeitslohn für mehrjährige Tätigkeit“) ausgewiesen. Die steuerliche Vergünstigung holt sich der Mitarbeitende selbst über die Einkommensteuererklärung zurück. Das vereinfacht den Abrechnungsprozess für Dich, ändert aber nichts am grundsätzlichen Vorteil für die empfangende Person.

Lass Dich hier von Deinem Steuerberater begleiten. Die Regeln sind eindeutig, aber die korrekte Verbuchung macht den Unterschied zwischen einem sauberen Vorgang und einem unnötigen Korrekturdurchlauf.

Betriebsfeier als steuerfreie Alternative

Wer ein 25-jähriges Dienstjubiläum mit einer Feier im Team begehen will, hat steuerlich Spielraum. Laut § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG können Arbeitgeber bis zu 110 Euro brutto pro anwesender Person für eine Betriebsveranstaltung steuerfrei aufwenden. Das gilt für Essen, Getränke, Dekoration, Musik und auch für eine mögliche Übernachtung, sofern sie im direkten Zusammenhang mit der Veranstaltung steht.

Die 110-Euro-Grenze bezieht sich auf alle Gäste, also auch Familienangehörige oder externe Eingeladene. Bei 20 Personen und einem Budget von je 100 Euro wären das 2.000 Euro komplett steuerfrei. Eine Betriebsfeier ist damit nicht nur ein emotionaler Moment, sondern auch ein wirtschaftlich attraktives Instrument.

Vergleich der wichtigsten steuerlichen Wege im Überblick:

Instrument
Sachbezug zum Anlass
Geldprämie (Jubiläumsgeld)
Betriebsfeier
Öffentlicher Dienst (TVöD)
Betrag / Grenze
Bis 60 Euro
Beliebig
Bis 110 Euro / Person
350 Euro
Steuerlich
Steuerfrei
Lohnsteuerpflichtig
Steuerfrei
Pauschal besteuert (30 %)
Hinweis
Pro Anlass, nicht mit monatl. Sachbezug verrechnen
Fünftelregelung über Steuererklärung des Mitarbeitenden
Gilt für alle Anwesenden inkl. Begleitung
Tarifvertraglich geregelt, kein Ermessen
Voraussetzungen für die steuerfreie Erholungsbeihilfe

Anerkennung, die wirklich ankommt

Steuerliche Effizienz ist eine Sache. Ob ein Jubiläum tatsächlich etwas auslöst, hängt von etwas anderem ab: davon, ob die Person spürt, dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat. Ein 60-Euro-Sachbezug, der innerhalb von zwei Minuten per Standard-Mail verschickt wurde, ist steuerfrei und trotzdem wirkungslos.

Was nach 25 Jahren wirklich zählt

Wer 25 Jahre dabei ist, hat in dieser Zeit höchstwahrscheinlich Kinder großgezogen, Elternteile begleitet, private Krisen überstanden. Diese Person hat einen Lebensabschnitt mit dem Unternehmen verbracht. Was sie in diesem Moment wirklich berührt, ist nicht der Betrag, sondern die Frage: Wird hier gesehen, wer ich bin, oder bekomme ich dasselbe wie alle anderen?

Konkret bedeutet das: Personalisiertheit schlägt Wert. Eine handgeschriebene Karte vom Geschäftsführer mit einer konkreten Erinnerung wirkt mehr als ein generischer 200-Euro-Gutschein. Beides zusammen wirkt am meisten.

Bewährt haben sich in der Praxis:

  • Ein persönliches Gespräch mit der Führungskraft oder Geschäftsführung, in dem konkrete Episoden angesprochen werden
  • Eine Ehrenurkunde mit individuellem Text (kein Vordruck)
  • Ein Erlebnisgeschenk nach Interessen der Person, zum Beispiel Konzerttickets, eine Reise oder ein Koch-Event
  • Zusätzlicher Urlaub, falls im Arbeitsvertrag oder per Betriebsvereinbarung möglich
  • Eine öffentliche Würdigung im Team oder im Unternehmensnewsletter, sofern die Person das möchte

Das Praxisbeispiel: Was ein Produktionsbetrieb anders gemacht hat

Ein Produktionsbetrieb mit 85 Mitarbeitenden aus der Beratungspraxis: Der Inhaber hatte jahrelang Dienstjubiläen mit einem Standardgutschein und kurzem Handschlag abgewickelt. Als eine langjährige Teamleiterin ihr 25-jähriges Jubiläum hatte, entschied er sich erstmals für eine andere Herangehensweise. Er ließ das Team vorab nach einer gemeinsamen Erinnerung fragen, ließ eine persönliche Fotocollage erstellen, überreichte ein Wellness-Wochenende für zwei als Sachbezug und hielt beim Teamfrühstück eine kurze Ansprache mit einer konkreten Geschichte. Die Teamleiterin ist heute noch im Unternehmen. Was ihn mehr überrascht hat: Drei weitere Mitarbeitende haben ihn danach aktiv angesprochen und gesagt, dass ihnen jetzt klar sei, was sie an diesem Arbeitgeber hätten.

Rechtssicher umsetzen und gleich das gesamte Potenzial ausschöpfen

Wenn Du die Erholungsbeihilfe korrekt einführst, lohnt es sich, direkt weiterzudenken. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report lernst Du, welche weiteren Benefits ebenfalls verwaltungsarm und steuerrechtlich sicher umsetzbar sind.

Das 25-jährige Dienstjubiläum als Baustein Deiner Arbeitgebermarke

Ein Jubiläum ist ein Ereignis. Eine Arbeitgebermarke entsteht durch viele solcher Ereignisse über Zeit. Wenn Du das 25-jährige Dienstjubiläum nicht nur als Pflicht, sondern als Chance verstehst, kann es Teil eines Systems werden, das Deinen Ruf als Arbeitgeber aufbaut, intern wie extern.

Jubiläen intern und extern sichtbar machen

Was im Unternehmen passiert, bleibt selten nur im Unternehmen. Mitarbeitende reden bei Familienfeiern, in der Nachbarschaft, in Bewerbungsgesprächen. Wer intern gut behandelt wird, sagt das weiter. Wer das Gefühl hat, nach 25 Jahren mit einem Standardprozess abgespeist worden zu sein, sagt das auch weiter.

Die interne Kommunikation eines Jubiläums kostet fast nichts: ein Beitrag im internen Newsletter, ein Post in der Mitarbeiter-App, ein kurzer Moment beim nächsten Teammeeting. Aber der Effekt ist real. Das restliche Team sieht: Treue wird hier wahrgenommen.

Extern gilt dasselbe. Wer auf der Karriereseite oder auf Bewerbungsplattformen zeigt, dass Mitarbeitende 25 Jahre bleiben, sendet ein Signal, das kein Stellenanzeigentext ersetzen kann. Fluktuation kostet; geringe Fluktuation über Jahre ist das stärkste Employer-Branding-Argument, das es gibt.

Wie Du aus einem Einzelereignis ein System baust

Einzelne Jubiläen gut zu gestalten ist ein Anfang. Was einen echten Unterschied macht, ist ein strukturiertes Anerkennungssystem, das alle Betriebsjubiläen erfasst, frühzeitig erinnert und einen klaren Prozess vorgibt. So entsteht aus einem Zufallsereignis eine verlässliche Kultur.

Das muss nicht aufwendig sein. Ein einfacher Kalender in der HR-Software, der 6 Wochen vor jedem Jubiläum eine Erinnerung mit Handlungsvorschlägen ausgibt, reicht als Start. Wer das in ein ganzheitliches Benefit-System einbettet, verknüpft Jubiläumsanlässe mit steuerlichen Möglichkeiten, mit persönlichen Sachbezügen und mit einer Kommunikationsstrategie. Verwaltungsarm, messbar, mit Nutzungsquoten, die zeigen, ob das System ankommt.

Aus der Beratungspraxis: Unternehmen, die Jubiläen systematisch und sichtbar feiern, verzeichnen regelmäßig Nutzungsquoten ihrer Benefit-Systeme von über 80 %, weil das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit des Arbeitgebers spürbar höher ist.

Erholungsbeihilfe als Baustein im Benefit-System

Öffentlicher Dienst und freie Wirtschaft: Was gilt wo?

Die Regelungen für das 25-jährige Dienstjubiläum sind in öffentlichem Dienst und freier Wirtschaft grundlegend verschieden. Wer beides kennt, kann fundiert entscheiden, und bei Fachkräften, die zuvor im öffentlichen Dienst tätig waren, entstehen durch diesen Unterschied manchmal unrealistische Erwartungen.

Gesetzliche Regelungen im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst regelt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) klar, was bei einem 25-jährigen Dienstjubiläum passiert. Beschäftigte erhalten 350 Euro Jubiläumsgeld sowie einen Tag bezahlte Arbeitsbefreiung. Diese Regelung gilt auch für Teilzeitkräfte in voller Höhe, der Betrag wird nicht anteilig gekürzt.

Für Beamte, Richter und Soldaten gelten teils abweichende Regelungen, die sich nach Bundesland und Besoldungsgruppe unterscheiden können. Grundlage ist hier die Dienstjubiläumsverordnung des jeweiligen Landes. Die 350-Euro-Marke ist dabei für viele Bundesländer die Orientierung, aber nicht überall verbindlich.

Wichtig für die Praxis: Im öffentlichen Dienst müssen die 25 Jahre nicht zwingend beim selben Arbeitgeber abgeleistet worden sein. Bei den großen Tarifverträgen zählen in der Regel alle Beschäftigungszeiten im öffentlichen Dienst zusammen. Das ist bei Mitarbeitenden relevant, die zuvor bei einer Gemeinde, einem Landesbetrieb oder einer anderen Behörde tätig waren.

Gestaltungsspielraum in der freien Wirtschaft

In der freien Wirtschaft gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Jubiläumszuwendung. Ob und wie gezahlt wird, hängt vom Arbeitsvertrag, einer betrieblichen Vereinbarung oder einem geltenden Tarifvertrag ab. Gibt es keine schriftliche Regelung, entscheidest Du als Arbeitgeber frei über Form und Höhe.

Vorsicht bei der sogenannten betrieblichen Übung: Wer jahrelang konsequent eine bestimmte Jubiläumszahlung geleistet hat, ohne das schriftlich als freiwillig zu kennzeichnen, kann daraus einen stillschweigenden Anspruch schaffen. Eine kurze Formulierung im Begleitschreiben wie „Diese Zahlung erfolgt freiwillig und begründet keinen Rechtsanspruch für die Zukunft“ schützt Dich dabei einfach und rechtssicher. Lass das im Zweifel einmal von einem Arbeitsrechtler prüfen.

Der Spielraum in der freien Wirtschaft ist ein Vorteil, kein Nachteil. Du kannst individuell entscheiden, was zur Person, zur Situation und zum Budget passt. Der Mittelstand hat hier mehr Möglichkeiten als viele Geschäftsführende nutzen.

Aus einem Baustein ein System machen – so geht’s

Genau das beschreibt dieser Abschnitt: die Erholungsbeihilfe allein reicht nicht. Im 7 Tipps und 17 Benefits Report erfährst Du, welche 17 Benefits nachhaltig wirken – und wie Du mit 30–50 Euro Bruttoaufwand einen Nettomehrwert von über 1.000 Euro je Mitarbeitenden erzeugst.

Fazit zum 25 jährigen Dienstjubiläum

Ein 25-jähriges Dienstjubiläum ist selten. Wer diesen Moment ungenutzt lässt oder mit einem Standardgutschein abhandelt, verschenkt eine Chance, die nicht wiederkommt. Nicht als Sentimentalität, sondern als unternehmerische Entscheidung.

Die steuerlichen Möglichkeiten sind vorhanden und leicht umsetzbar: 60 Euro Sachbezug steuerfrei, bis zu 110 Euro pro Person für eine Betriebsfeier, Fünftelregelung für größere Geldprämien über die Steuererklärung. Wer das kennt und nutzt, zahlt weniger und gibt mehr.

Viel wichtiger als die Summe ist jedoch die Haltung dahinter. Treue über 25 Jahre ist in einem Arbeitsmarkt, der immer mehr von Wechselbereitschaft geprägt ist, ein echter Wettbewerbsvorteil. Wer diesen Wert intern sichtbar macht und ihn strukturiert würdigt, baut eine Arbeitgebermarke auf, die in keiner Stellenanzeige käuflich ist.

Prüfe jetzt, ob in Deinem Unternehmen ein Prozess für Betriebsjubiläen existiert. Wenn nicht: Ein einfaches System mit Vorlaufzeit, klarem Ablauf und steuerlicher Einbindung ist in einem halben Tag aufgesetzt und zahlt sich beim nächsten Jubiläum sofort aus.

FAQ: Häufige Fragen zum 25 jährigen Dienstjubiläum

Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Jubiläumsgeld zum 25-jährigen Dienstjubiläum?

In der freien Wirtschaft gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Die Zahlung hängt vom Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem anwendbaren Tarifvertrag ab. Im öffentlichen Dienst regelt der TVöD 350 Euro Jubiläumsgeld plus einen freien Tag. Wer in der freien Wirtschaft ohne schriftliche Grundlage zahlt, sollte die Freiwilligkeit im Begleitschreiben vermerken, um keine betriebliche Übung zu begründen.

Wie hoch ist die steuerfreie Zuwendung zum 25-jährigen Dienstjubiläum?

Als Sachleistung sind bis zu 60 Euro pro Anlass lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Für eine Betriebsfeier anlässlich des Jubiläums gilt ein Freibetrag von 110 Euro pro anwesender Person. Geldprämien sind grundsätzlich steuerpflichtig, lassen sich aber über die Fünftelregelung in der Einkommensteuererklärung des Mitarbeitenden steuerlich begünstigen.

Zählen beim 25-jährigen Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst auch frühere Arbeitgeber mit?

Ja, in der Regel zählen bei den großen Tarifverträgen im öffentlichen Dienst alle Beschäftigungszeiten im öffentlichen Dienst zusammen, nicht nur die Zeit beim aktuellen Arbeitgeber. Die genauen Bedingungen hängen vom jeweiligen Tarifvertrag ab. Im TVöD ist dieser Grundsatz gängige Praxis.

Was ist ein angemessenes Geschenk zum 25-jährigen Dienstjubiläum?

Angemessen ist, was zur Person passt. Personalisiertheit schlägt Betrag. Bewährt haben sich Erlebnisgeschenke wie Wellness-Gutscheine, Theater- oder Konzerttickets sowie Sachbezugskarten mit freier Auswahl. Ergänzend wirken eine persönliche Ansprache, ein individueller Brief und eine Würdigung im Team stärker als jeder standardisierte Präsentkorb.

Wie nutze ich das 25-jährige Dienstjubiläum für meine Arbeitgebermarke?

Indem Du es sichtbar machst, intern und extern. Eine kurze Würdigung im Unternehmensnewsletter, ein Beitrag in der Mitarbeiter-App oder ein öffentlicher Post auf der Karriereseite zeigen, dass Treue in Deinem Unternehmen wahrgenommen wird. Das kostet nichts, wirkt aber auf aktuelle Mitarbeitende, Bewerber und das Umfeld. Wer 25-Jahres-Jubiläen sichtbar feiert, kommuniziert implizit eine niedrige Fluktuation, das stärkste Recruiting-Argument im Mittelstand.