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Führung als Handwerk lernen, nicht nur verstehen

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3PlusAdmin

Randolph Moreno Sommer
Randolph – Gründer der Unternehmensberatung FAIRFAMILY – ist ehemaliger Marineoffizier, Führungskräfte-Ausbilder und CoachMediator.

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4. Juli 2026 | von Randolph Moreno Sommer

Was macht eine gute Führungskraft aus?

Was eine gute Führungskraft ausmacht, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sie übernimmt Verantwortung, gibt Orientierung und schafft ein Umfeld, in dem Menschen ihr Bestes geben können. Laut einer Gallup-Studie sind nur 22 Prozent der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer uneingeschränkt zufrieden mit ihrer Führungskraft. 36 Prozent denken aufgrund ihres Vorgesetzten aktiv über eine Kündigung nach. Gute Führung ist kein Persönlichkeitsmerkmal, das man hat oder nicht hat. Sie ist eine Haltung, die man täglich wählt, und ein Handwerk, das man lernen kann. Dieser Artikel zeigt, welche Eigenschaften den Unterschied machen und warum gerade im Mittelstand vieles davon direkt auf Dein Unternehmen und Deine Ergebnisse einzahlt.

Was macht eine gute Führungskraft aus

Führung entscheidet – was die Zahlen zeigen

Ob Dein Unternehmen wächst oder stagniert, hängt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist stärker als die meisten anderen: die Qualität Deiner Führung. Das ist keine Behauptung, das ist messbar. Und die Zahlen sind eindeutig.

22 Prozent – und der Rest kündigt innerlich

Laut Gallup-Erhebungen sind in Deutschland nur 22 Prozent der Beschäftigten uneingeschränkt zufrieden mit ihrer direkten Führungskraft. Das bedeutet: Rund vier von fünf Mitarbeitenden tragen täglich eine Unzufriedenheit mit sich, die irgendwo zwischen Duldung und innerer Kündigung liegt. Eine McKinsey-Umfrage zeigt, dass 36 Prozent der Befragten aufgrund ihres Vorgesetzten über einen Jobwechsel nachdenken. Im europäischen Vergleich landet Deutschland bei der Zufriedenheit mit Vorgesetzten auf Platz 20.

Das ist kein abstraktes HR-Problem. Das ist ein Kostenproblem, das direkt in Deiner Betriebswirtschaftlichen Auswertung auftaucht: durch Fehlzeiten, Produktivitätsverluste, Einarbeitungskosten bei Neubesetzungen und entgangene Umsätze, weil erfahrene Leute gehen. Randolph Moreno Sommer beobachtet in seiner Beratungspraxis regelmäßig, dass Unternehmen mit 80 bis 150 Mitarbeitenden bis zu 12 bis 18 Prozent Kostenvakanz aufbauen, wenn Stellen nicht besetzt sind, weil die Führungskultur Abgänge begünstigt.

Was gute Führung wirtschaftlich bedeutet

Eine Studie der Universität Oxford (2023) hat die Daten von rund 1.600 US-amerikanischen Unternehmen ausgewertet. Das Ergebnis: Unternehmen mit den zufriedensten Mitarbeitenden schneiden in den klassischen Leistungskennzahlen, Return on Investment, Gewinn und Unternehmenswert, deutlich besser ab als der Durchschnitt. Zufriedenheit ist kein Wohlfühlthema. Sie ist ein Wettbewerbsvorteil.

Für Dich als Geschäftsführer bedeutet das: Jede Stunde, die Du in die Qualität Deiner Führung investierst, zahlt sich mehrfach zurück. Und umgekehrt: Jede Stunde, in der Du schlechte Führung tolerierst, kostet Dich mehr als Du siehst.

36 Prozent denken über Kündigung nach. Was tust Du dagegen?

Schlechte Führung kostet, und das taucht direkt in der BWA auf. Im Live Webinar Führung lernst Du, wie Du die Führungsqualität in Deinem Unternehmen systematisch aufbaust, bevor die nächste Krankmeldung oder Kündigung kommt.

Was eine gute Führungskraft wirklich ausmacht

Viele Unternehmen suchen bei der Besetzung von Führungspositionen zuerst nach Fachkompetenz. Das ist verständlich, aber es greift zu kurz. Fachkompetenz ist die Eintrittskarte. Was danach zählt, ist etwas anderes.

Haltung vor Methode

In einem mittelständischen Produktionsunternehmen mit rund 90 Mitarbeitenden übernimmt ein neuer Schichtleiter die Verantwortung für eine Fertigungslinie. Technisch ist er kompetent. Aber wenn etwas schiefläuft, sucht er schnell nach dem Schuldigen im Team. Fehler werden nicht besprochen, sie werden verteilt. Nach drei Monaten macht das Team das Minimum: Es meldet keine Probleme mehr, weil niemand der Überbringer schlechter Nachrichten sein will. Die Qualitätszahlen fallen, ohne dass jemand im Team sagt, warum.

Das ist kein Kompetenzproblem. Das ist ein Haltungsproblem. Und Haltung lässt sich nicht mit einem Seminar ersetzen.

Nach den Systemgesetzen, die Dr. Dieter Bischop beschrieben hat und die Randolph Moreno Sommer in seiner Beratungsarbeit anwendet, gilt: Wertschätzung und Respekt sind keine Zugabe, sie sind ein Grundbedürfnis im System (Systemgesetz 2). Wenn eine Führungskraft dieses Grundbedürfnis dauerhaft verletzt, entsteht keine offene Rebellion, sondern stille Distanz. Mitarbeitende leisten das Nötigste, bringen keine Ideen mehr ein und suchen irgendwann einen anderen Arbeitgeber. Systemgesetz 9 benennt das klar: Aussprechen und anerkennen, was ist, ist Voraussetzung für eine funktionierende Zusammenarbeit. Wer als Führungskraft Probleme nicht benennt oder Leistungen nicht anerkennt, baut systematisch Vertrauen ab.

Verantwortung übernehmen, auch wenn es unbequem ist

Gute Führungskräfte stehen vor ihrem Team. Wenn ein Projekt scheitert, fragen sie zuerst: Was hätte ich anders steuern müssen? Das ist keine Schwäche, das ist Führung. Ein bekannter Leitsatz aus der Praxis bringt es auf den Punkt: Erfolge gehören dem Team, Fehler gehören der Führungskraft.

Das klingt einfach, ist in der Praxis aber ungemütlich. Es bedeutet, vor 20 Mitarbeitenden zuzugeben, dass eine Entscheidung falsch war. Es bedeutet, Kritik nicht weiterzuleiten, sondern aufzufangen. Systemgesetz 8 beschreibt, warum das wichtig ist: Das Gesamtsystem hat Vorrang vor der Einzelperson. Eine Führungskraft, die ihr Team vor Konsequenzen schützt, die sie selbst zu verantworten hat, stärkt das System. Eine Führungskraft, die Verantwortung nach unten delegiert, schwächt es.

Kommunikation, die ankommt

Klare Kommunikation ist mehr als das Weitergeben von Informationen. Es geht darum, dass Dein Team versteht, warum eine Entscheidung so gefallen ist, was das für den Alltag bedeutet und was von jedem Einzelnen erwartet wird. Transparenz schafft Sicherheit, und Sicherheit schafft Leistungsbereitschaft.

Aktives Zuhören ist dabei genauso wichtig wie klare Ansagen. Wer nur sendet, verliert den Kontakt zu dem, was im Team wirklich passiert. Feedback ist keine Einbahnstraße. Systemgesetz 9 gilt auch hier: Was im Team gesagt werden muss, muss auch ausgesprochen werden, und zwar von der Führungskraft zuerst.

Diese 8 Eigenschaften zeichnen gute Führungskräfte aus

Diese 8 Eigenschaften zeichnen gute Führungskräfte aus

Die folgende Liste fasst die Eigenschaften zusammen, die in der Forschung und in Randolphs Beratungspraxis immer wieder den Unterschied machen. Es ist keine abschließende Liste, sondern ein Kompass. Was alle acht verbindet: Sie zeigen sich nicht in Meetings, sondern im täglichen Verhalten.

  1. Verantwortung übernehmen: Auch für Entscheidungen, die unbequem sind oder schlechte Ergebnisse haben. Führungskräfte, die bei Fehlern nach unten zeigen, verlieren das Vertrauen des Teams dauerhaft.
  2. Klar kommunizieren: Transparent, direkt und ohne Interpretationsspielraum. Das Team muss wissen, wohin die Reise geht und was das für die eigene Arbeit bedeutet.
  3. Vertrauen geben: Aufgaben delegieren und Freiräume zur selbstständigen Problemlösung lassen. Wer alles kontrolliert, erzeugt Abhängigkeit statt Kompetenz.
  4. Empathie zeigen: Die Stärken der einzelnen Teammitglieder erkennen und individuell fördern. Wertschätzung ist kein Weichheitsmerkmal, sie entscheidet über Bindung und Einsatzbereitschaft.
  5. Entscheidungen treffen: Auch unter Unsicherheit und auch dann, wenn keine Option perfekt ist. Zögern kostet das Team Orientierung und Zeit.
  6. Konflikte klären: Ansprechen, was ist, statt es zu umschiffen. Ungelöste Konflikte lösen sich nicht von selbst, sie wachsen.
  7. Sich selbst reflektieren: Die eigenen Muster kennen und die Bereitschaft mitbringen, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Wer sich selbst nicht führen kann, führt andere schlecht.
  8. Vorbild sein: Vorleben, was man vom Team erwartet. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Respekt im Umgang miteinander.

Keine dieser Eigenschaften ist angeboren. Alle lassen sich entwickeln. Was es dafür braucht, ist nicht ein weiteres Seminar, sondern die ehrliche Bereitschaft, die eigene Wirkung auf andere zu sehen.

Alle 8 Eigenschaften lassen sich trainieren. Wie, zeigen wir Dir live.

Keine der acht Führungseigenschaften ist angeboren. Im Live Webinar Führung zeigen wir Dir, wie Du sie gezielt bei Dir und Deinen Führungskräften entwickelst, mit konkreten Schritten aus der Praxis.

Vertrauen statt Kontrolle

Kontrolle fühlt sich sicher an. Das ist das Problem. Wer als Führungskraft jeden Schritt überwacht, jede Entscheidung selbst trifft und bei jeder Aufgabe nachfragt, ob sie auch wirklich so gemacht wird wie geplant, hat das Gefühl, alles im Griff zu haben. Sein Team hat ein anderes Gefühl.

Wer alles selbst macht, führt nicht

Auf einem Minensuchboot der Deutschen Marine gibt es einen Bootsmann, der jeden Handgriff seiner Leute begleitet. Er zeigt, er erklärt, er kontrolliert. Solange er dabei ist, läuft alles. Als das Boot einmal eine technische Störung hat und er auf der Brücke gebraucht wird, bricht die Arbeitsgruppe unterhalb zusammen. Keiner weiß, wie er allein entscheiden soll. Keiner traut sich. Das Boot liegt fest, bis er zurückkommt. Das war keine Panne durch fehlende Kompetenz. Das war eine Panne durch fehlende Führung.

Delegation ist kein Vertrauensvorschuss, den Du gibst, obwohl Du nicht sicher bist. Delegation ist die Voraussetzung dafür, dass Dein Team überhaupt Kompetenz entwickeln kann. Systemgesetz 5 und 6 machen deutlich: Wer mehr Verantwortung trägt und mehr Kompetenz hat, hat Vorrang in der Entscheidung. Das bedeutet auch: Wer Verantwortung nicht abgibt, verhindert, dass andere Kompetenz aufbauen.

Mikromanagement ist kein Führungsstil. Es ist ein Engpass. Es belastet Dich, es frustriert Dein Team, und es macht Dein Unternehmen fragil. Was passiert, wenn Du ausfällst?

Empathie ist kein Soft Skill – sie ist Führungshandwerk

Emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren, ist einer der stärksten Treiber von Führungserfolg. Das haben Daniel Goleman und Richard Boyatzis in ihrer Forschung gezeigt, und das bestätigt sich in der Praxis täglich.

Konkret bedeutet das: Du erkennst, wenn jemand im Team gerade unter Druck steht, bevor er es selbst sagt. Du weißt, welche Aufgaben welchen Menschen stärken und welche sie lähmen. Du kannst ein schwieriges Gespräch so führen, dass der andere danach nicht resigniert, sondern orientiert ist.

Systemgesetz 1 beschreibt, warum das so wichtig ist: Zugehörigkeit ist ein Grundbedürfnis. Mitarbeitende, die sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, bringen sich ein. Mitarbeitende, die das nicht erleben, tun ihren Dienst und suchen innerlich schon die Ausgangstür. Eine Gallup-Erhebung zeigt, dass 52 Prozent der jungen Beschäftigten Wertschätzung und Lob für gute Leistungen als wichtigstes Kriterium bei einer Führungskraft nennen. Das ist keine Generationenschwäche. Das ist ein menschliches Grundbedürfnis, das Führungskräfte jeder Generation brauchen, um zu wirken.

Psychologische Sicherheit als Voraussetzung für Leistung

Teams, in denen Fehler bestraft werden, machen keine Fehler mehr. Zumindest keine sichtbaren. Stattdessen werden Probleme verschwiegen, Risiken nicht kommuniziert und Verbesserungsideen erst gar nicht geäußert. Das Gegenteil einer guten Fehlerkultur ist kein Chaos. Es ist ein System, das langsam und unbemerkt von innen schwächer wird.

Psychologische Sicherheit bedeutet: Mitarbeitende können Fehler melden, Fragen stellen und unbequeme Wahrheiten ansprechen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Das erfordert von Dir eine klare Haltung: Fehler sind Information. Die Frage ist, was Du damit machst.

Entscheiden, auch wenn es unbequem ist

Entscheiden, auch wenn es unbequem ist

Führung bedeutet in erster Linie, Entscheidungen zu treffen. Nicht irgendwann, wenn alle Informationen vorliegen. Nicht wenn Konsens hergestellt ist. Sondern dann, wenn es nötig ist. Das ist unbequem, und genau deshalb braucht es dafür eine Führungskraft.

Orientierung geben ist Führungsaufgabe

Ein Team ohne klare Ziele ist wie eine Baustelle ohne Plan. Jeder ist beschäftigt, niemand baut in dieselbe Richtung. Als Führungskraft ist es Deine Aufgabe, Ziele zu setzen, Prioritäten zu benennen und beides regelmäßig zu überprüfen. Das gilt besonders in Phasen des Wandels.

Systemgesetz 7 besagt: Ein neues System hat Vorrang vor einem alten. Wenn Du Veränderungen einführst, reicht es nicht, sie anzukündigen. Du musst erklären, warum das alte System nicht mehr trägt, was das neue ermöglicht und was das für jeden Einzelnen im Team bedeutet. Wer das überspringt, wird auf Widerstand stoßen, der nichts mit Bequemlichkeit zu tun hat, sondern mit fehlendem Verständnis.

Konflikte nicht umgehen – sie klären

Konfliktvermeidung ist einer der häufigsten Führungsfehler im Mittelstand. Er sieht auf den ersten Blick harmlos aus: Du redest nicht über das, was zwischen zwei Mitarbeitenden seit Monaten schwelt. Du hoffst, es löst sich von selbst. Es löst sich nicht. Es wächst.

Konflikte anzusprechen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist Führungsaufgabe. Systemgesetz 10 benennt das Prinzip: Ausgleich schaffen. Wo Ungleichgewichte entstehen, ob durch übergangene Verdienste, unfaire Aufgabenverteilung oder ungeklärte Rangfragen, muss die Führungskraft aktiv eingreifen. Systemgesetz 3 ergänzt: Geben und Nehmen müssen im Gleichgewicht sein. Wer dauerhaft das Gefühl hat, mehr zu geben als zurückzubekommen, zieht sich innerlich zurück.

Als Führungskraft musst Du dabei nicht immer der Schlichter sein. Aber Du musst derjenige sein, der sagt: Wir klären das jetzt.

Orientierung ist Führungsaufgabe. Wie das konkret aussieht, zeigen wir Dir.

Konflikte umschiffen und Entscheidungen verschieben kostet Dein Team Energie und Zeit. Im Live Webinar Führung lernst Du, wie Du klare Ansagen machst und Unklarheiten im Team sauber klärst.

Wie gute Führungskräfte sich entwickeln

Führung entwickelt sich nicht durch Wissen allein. Wer nach einem Seminar am Montag wieder genauso führt wie am Freitag davor, hat Geld, aber keine Zeit investiert. Echte Entwicklung passiert im Alltag, durch Reflexion, Feedback und die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu verändern.

Selbstreflexion ist keine Schwäche

Die eigenen Muster zu kennen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für gute Führung. Wer weiß, dass er unter Druck zur Kontrolle neigt, kann gegensteuern. Wer weiß, dass er Konflikten ausweicht, kann sich entscheiden, sie trotzdem anzusprechen. Selbstreflexion ist kein Selbstgeißeln. Sie ist Führungshandwerk.

Das Modell der Veränderungsebenen, das Dr. Dieter Bischop beschrieben und Randolph Moreno Sommer in seiner Beratungsarbeit weiterentwickelt hat, zeigt: Führung verändert sich nicht durch neue Werkzeuge, sondern durch Klarheit auf der Ebene der Haltung, der Überzeugungen und der eigenen Identität als Führungsperson. Wer glaubt, dass Führen bedeutet, immer Recht zu haben, wird bestimmte Fehler immer wieder machen, egal welche Methode er gerade einsetzt.

Führung lernt man nicht im Seminar allein

Seminare können Impulse geben. Was wirklich wirkt, ist der Transfer in den Alltag. Das bedeutet konkret: regelmäßiges Feedback einholen, auch von Mitarbeitenden. Entscheidungen im Nachgang reflektieren. Sich coachen lassen, wenn man in Mustern feststeckt. Und konsequent an dem arbeiten, was man an sich selbst beobachtet.

Führung ist ein Handwerk. Handwerk lernt man durch Üben, nicht durch Lesen. Und gute Handwerker hören nie auf, sich weiterzuentwickeln.

Fazit zu guten Führungskräften

Was eine gute Führungskraft ausmacht, lässt sich auf einen Kern reduzieren: Sie übernimmt Verantwortung, gibt Orientierung und behandelt Menschen so, dass diese ihr Bestes geben wollen. Das klingt einfach. Es ist es nicht.

Die Zahlen zeigen, dass in deutschen Unternehmen gute Führung eher die Ausnahme als die Regel ist. Das ist keine Kritik an einzelnen Personen. Es ist ein Hinweis darauf, dass Führung als Handwerk oft nicht ernsthaft gelernt und trainiert wird. Fachkompetenz wird gefördert, Führungskompetenz wird vorausgesetzt. Das ist ein Fehler, den viele Mittelstandsunternehmen teuer bezahlen.

Wenn Du als Geschäftsführer eine Führungskultur aufbauen willst, die Dein Unternehmen stärkt, fang bei Dir selbst an. Wie gibst Du Feedback? Wie gehst Du mit Fehlern um? Wie klar sind Deine Erwartungen? Wie gut kennst Du die Stärken und Grenzen der Menschen, die Du führst?

Gute Führung ist kein Talent. Sie ist eine Entscheidung, die Du täglich neu triffst.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu guten Führungskräften

Was sind die wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft?

Die wichtigsten Eigenschaften sind Verantwortungsübernahme, klare Kommunikation, die Fähigkeit zu delegieren, Empathie, Entscheidungsstärke, Konfliktbereitschaft, Selbstreflexion und Vorbildfunktion. Diese Eigenschaften wirken nicht einzeln, sondern in ihrer Kombination. Entscheidend ist nicht, ob man sie vollständig besitzt, sondern ob man bereit ist, an ihnen zu arbeiten.

Wie erkennt man eine gute Führungskraft als Bewerber?

Im Bewerbungsgespräch lohnt es sich, nach konkreten Situationen zu fragen: Wie geht das Unternehmen mit Fehlern um? Wie werden Entscheidungen kommuniziert? Wie läuft Feedback in beide Richtungen? Gute Führungskräfte können darauf konkret antworten. Vage Antworten über „offene Türen“ und „flache Hierarchien“ sagen wenig über die tatsächliche Führungskultur aus. Bewertungsportale wie kununu geben ergänzende Einblicke, wie Mitarbeitende das Vorgesetztenverhalten erleben.

Kann man Führung lernen oder ist man als Führungskraft geboren?

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Führungsrolle zu übernehmen, zu etwa 30 Prozent von stabilen Persönlichkeitsmerkmalen abhängt. Das bedeutet: 70 Prozent sind erlern- und entwickelbar. Führungsqualitäten wie Kommunikationsstärke, Entscheidungsfähigkeit oder Empathie können durch bewusstes Training, Feedback und Reflexion ausgebaut werden. Wer aufhört zu lernen, hört auf, gut zu führen.

Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Führungskraft?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Haltung zur Verantwortung. Gute Führungskräfte übernehmen Verantwortung, auch für Fehler und schlechte Ergebnisse. Schlechte Führungskräfte verteilen sie nach unten. Ein weiterer Unterschied: Gute Führungskräfte geben Orientierung, auch in Unsicherheit. Schlechte Führungskräfte vermeiden Entscheidungen und überlassen das Team im Unklaren. Und schließlich: Gute Führungskräfte sprechen aus, was ist. Schlechte umgehen Konflikte, bis sie eskalieren.

Welchen Einfluss hat die Führungskraft auf die Mitarbeiterbindung?

Der Einfluss ist erheblich. Laut McKinsey-Erhebungen denken 36 Prozent der Beschäftigten aufgrund ihrer direkten Führungskraft über einen Jobwechsel nach. Mitarbeitende verlassen selten Unternehmen, sie verlassen Vorgesetzte. Das bedeutet für Dich: Jede Kündigung, die Du auf Gehalt oder Marktlage zurückführst, lohnt eine ehrlichere Ursachenanalyse.

Wie hängen Systemgesetze und gute Führung zusammen?

Die Systemgesetze, die Dr. Dieter Bischop beschrieben hat, beschreiben universelle Grundbedürfnisse in menschlichen Systemen: Zugehörigkeit, Wertschätzung, Gleichgewicht, Ordnung und die Fähigkeit, auszusprechen, was ist. Gute Führungskräfte erfüllen diese Grundbedürfnisse, oft ohne es zu wissen. Schlechte Führungskräfte verletzen sie, ebenfalls oft ohne es zu merken. Wer die Systemgesetze kennt, kann Führungsprobleme auf ihre eigentliche Ursache zurückführen, statt immer wieder an Symptomen zu arbeiten.