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Ziele und Bedeutung des Finanzcontrollings

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Über den Autor

Thorsten Ziehl

Thorsten Ziehl ist CFO bei FAIRFAMILY und ein erfahrener Manager sowie Unternehmensberater mit einem starken Hintergrund in Finanzen und strategischer Unternehmenssteuerung.
Das Finanzcontrolling ist ein essenzieller Bestandteil der Unternehmenssteuerung und dient primär der Sicherstellung der Liquidität und finanziellen Stabilität. Durch fundierte Finanzanalysen unterstützt es die Unternehmensführung bei strategischen Entscheidungen und hilft, finanzielle Engpässe durch vorausschauende Planung zu vermeiden.

Ein effizientes Finanzcontrolling ist eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft, da es zur Optimierung der Rentabilität und Finanzstruktur beiträgt. Es fungiert als „Steuerzentrale“ des Unternehmensmanagements und ermöglicht durch den Einsatz relevanter Kennzahlen eine frühzeitige Identifikation finanzieller Risiken. 

Erfahre in diesem Artikel unseres HR-Lexikons alles Wissenswerte über die Ziele und die Bedeutung des Finanzcontrollings in der strategischen Planung von Unternehmen.

Ein effizientes Finanzcontrolling ist eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft.

Finanzcontrolling: Aufgaben und Kernbereiche

Die Finanzbuchhaltung bildet das Fundament des Finanzcontrollings und umfasst die systematische Erfassung aller finanziellen Transaktionen eines Unternehmens. Sie fungiert als Datenbasis und unterteilt sich in:

  • Internes und externes Rechnungswesen
  • Erfassung von Geschäftsvorfällen
  • Erstellung von Monats- und Jahresabschlüssen
  • Grundlage für Steuererklärungen, Bilanzierung und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Das Controlling analysiert als Steuerungselement Finanzdaten mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Es bereitet Informationen für Investitionsentscheidungen auf und überwacht die Kapitalstruktur anhand von Kennzahlen. Zu diesen KPIs gehören z.B.:

  • Eigenkapitalquote
  • Verschuldungsgrad
  • Rentabilität (Umsatz-/Eigenkapital-)
  • Finanzielle Reichweiten (= Deckung der Fixkosten)
  • Anlagendeckungsgrade
  • Cashflow
  • Personal- und Materialeinsatzquoten

Cashflow-Berechnungen als Instrumente zur Liquiditätsplanung

Der Cashflow gibt Aufschluss über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens und kann als direkte und als indirekte Methode berechnet werden:

Direkte Methode:
Cashflow = Einzahlungen – Auszahlungen innerhalb eines Zeitraums

Indirekte Methode:
Ausgangspunkt ist hier das GuV-Ergebnis, welches nachfolgend bereinigt wird
+/- nicht auszahlungswirksame Aufwendungen/Erträge (z.B. Abschreibungen)
+/- Veränderungen des Working Capitals (z.B. Abnahme der Forderungen/Zunahme der Vorräte)

Der Cashflow unterteilt sich in drei Bereiche:

  • Operativer Cashflow: Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit
  • Investitions-Cashflow: Mittelverwendung/-herkunft aus dem Investitionsbereich
  • Finanzierungs-Cashflow: Geldflüsse aus Finanzierungstätigkeiten

Auf diese Weise kann die Zusammensetzung des Cashflows differenzierter betrachtet werden. 

Liquiditätsplanung: Ziele und Methoden im Kontext des Finanzcontrollings

Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit wird eine detaillierte Liquiditätsplanung durchgeführt. Die Ziele einer solchen Planung sind vielfältig:

  • Analyse der Zahlungsfähigkeit: Sie zeigt, ob das Unternehmen in der Lage ist, seine laufenden Verpflichtungen zu erfüllen.
  • Ermittlung der Finanzierungsquellen: Identifizierung, ob Mittel aus operativer Tätigkeit, Investitionen oder Finanzierungen stammen.
  • Beurteilung der finanziellen Stabilität: Einblick, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet oder auf Fremdfinanzierung angewiesen ist.
  • Planung und Steuerung der Liquidität: Grundlage für strategische Entscheidungen, z. B. Investitionen oder Schuldentilgung sowie Ausschüttungen.

Die Liquiditätsplanung sollte dabei sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig erfolgen:

Kurzfristige Liquiditätsplanung (tägliche/wöchentliche Basis)

  • Sicherstellung der täglichen Zahlungsfähigkeit
  • Wird meist für einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten erstellt

Mittelfristige Liquiditätsplanung (3 Monate bis 1 Jahr)

  • Berücksichtigt saisonale Schwankungen und wiederkehrende Zahlungen
  • Basis für Kreditaufnahmen oder andere Finanzierungsmaßnahmen

Langfristige Liquiditätsplanung (über 1 Jahr hinaus)

  • Planung großer Investitionen oder langfristiger Finanzierungsstrategien
  • Grundlage für strategische Geschäftsentscheidungen

Instrumente zur Unterstützung der Liquiditätsplanung

Ein effektives Liquiditätsmanagement basiert auf mehreren Instrumenten, die Transparenz schaffen und finanzielle Stabilität sichern. Ein Liquiditätsbudget stellt eine detaillierte Planung aller erwarteten Ein- und Auszahlungen dar und ermöglicht eine frühzeitige Steuerung der Finanzmittel. 

Die Cashflow-Analyse gibt Einblick in operative, investive und finanzielle Zahlungsströme und zeigt auf, ob das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet. Ein Rolling Forecast sorgt für eine kontinuierliche Anpassung der Planung an aktuelle Entwicklungen, wodurch finanzielle Engpässe frühzeitig erkannt werden. 

Ergänzend bieten Kreditlinien und finanzielle Reserven eine Absicherung, um kurzfristige Liquiditätslücken flexibel zu überbrücken und die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Mit Finanzcontrolling zur langfristigen Finanzplanung

Das langfristige Finanzcontrolling konzentriert sich auf die strategische Steuerung und Sicherstellung der finanziellen Stabilität eines Unternehmens über einen längeren Zeitraum. Dieser umfasst in der Regel mehr als drei Jahre, jedoch immer mindestens ein Jahr. Es umfasst folgende Kerninhalte:

  • Finanzstrategie und Kapitalstruktur
  • Liquiditätsplanung und Cashflow-Management
  • Ergebnis- und Rentabilitätscontrolling
  • Risikomanagement und Finanzielle Stabilität
  • Planung und Steuerung der Ausschüttungspolitik
  • Steuerliche und regulatorische Aspekte
  • Strategische Unternehmensbewertung und M&A-Controlling
Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit wird eine detaillierte Liquiditätsplanung durchgeführt.

Fazit

Ein effizientes Finanzcontrolling sichert die finanzielle Stabilität Deines Unternehmens und ermöglicht fundierte Entscheidungen. Durch die enge Verzahnung mit der Finanzbuchhaltung liefert es präzise Analysen zu Rentabilität, Cashflow und Liquidität. Die kontinuierliche Planung hilft, Engpässe zu vermeiden und Investitionen gezielt zu steuern. 

Besonders der operative Cashflow zeigt, ob das Geschäftsmodell nachhaltig tragfähig ist. Strategische Finanzplanung, kombiniert mit Methoden wie Rolling Forecasts oder Kreditlinien, bietet langfristige Sicherheit. Regelmäßige Aktualisierungen – von kurzfristiger Liquiditätsplanung bis zu langfristigen Finanzstrategien – gewährleisten finanzielle Flexibilität und Stabilität.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Finanzcontrolling

Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhaltung und Finanzcontrolling?
Die Finanzbuchhaltung erfasst und dokumentiert alle finanziellen Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. Sie stellt die Grundlage für die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz dar. Das Finanzcontrolling hingegen analysiert diese Daten, identifiziert Trends und Risiken und nutzt sie für strategische Entscheidungen, um die finanzielle Steuerung zu optimieren.
Wie oft sollte eine Finanzplanung aktualisiert werden?
Die kurzfristige Liquiditätsplanung sollte wöchentlich bis monatlich überprüft werden, um Engpässe frühzeitig zu erkennen. Eine Budgetplanung erfolgt quartalsweise, um auf Marktveränderungen zu reagieren. Die strategische Finanzplanung wird jährlich erstellt, sollte jedoch rollierend angepasst werden, um langfristige finanzielle Ziele flexibel steuern zu können.