Der Power Code
Inhaltsverzeichnis: Power Code
Wird der Power-Code richtig angewendet, entsteht eine Power – ein echtes Aha-Erlebnis für viele Menschen. Ähnlich wie beim Öffnen eines Tresors entfaltet sich diese Power erst dann, wenn der Code präzise und in der richtigen Reihenfolge angewendet wird.
Die Methode zeigt: Emotionale Verletzungen und Konflikte lassen sich auflösen, wenn die richtigen Voraussetzungen erfüllt sind – der passende Code. Die Wirkung ist sofort spürbar und hinterlässt bei vielen das Gefühl, endlich den Schlüssel zum Auflösen von emotionalen Verletzungen gefunden zu haben, selbst wenn diese schon Jahrzehnte zurückliegen.
Im Rahmen des Trainings für Führungskräfte ist es wichtig, die fünf Voraussetzungen des Power-Codes zu verstehen und anwenden zu können, um Systemgesetzverletzungen erfolgreich aufzulösen. Die fünf Voraussetzungen des Power-Codes sind essenziell, um tiefe Konflikte innerhalb eines Teams, einer Organisation oder in persönlichen Beziehungen nachhaltig zu klären. Ist eine der fünf Voraussetzungen nicht gegeben, kann die Verletzung an der Stelle nicht komplett gelöst werden.
Dieses Vorgehen lässt sich auch innerlich mit der betreffenden Person durchführen. Es macht vor allem am Anfang Sinn, solche Gespräche vorzubereiten.
Ist die Person nicht greifbar, ist die innerliche Auflösung auch für einen selbst sehr hilfreich. Habe ich mit der Person aber noch real zu tun, reicht die innerliche Auflösung alleine meistens nicht aus.
Hier sind die fünf Voraussetzungen im Detail erklärt
1. Die verursachenden Personen müssen bekannt sein
Damit eine Systemgesetzverletzung aufgelöst werden kann, müssen die beteiligten Personen, die in den Konflikt involviert sind, klar identifiziert werden. Es geht darum, genau zu wissen, wer wen verletzt hat oder wer in den Prozess eingebunden war. Ohne diese Klarheit ist es schwer, den Ursprung des Konflikts zu finden und ihn aufzulösen. Eine unklare Verantwortlichkeit verhindert echte Aufarbeitung.
Dabei geht es nicht um Schuld im herkömmlichen Sinne, wie viele es gelernt haben, sondern um Verursacher und die dazugehörige Verantwortung. Schuld fokussiert oft auf Strafe und das Übertragen von Last auf andere, was wenig zur tatsächlichen Lösung beiträgt.
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2. Es war mal gut genug zwischen den Personen
Eine wichtige Voraussetzung zur Auflösung von Systemgesetzverletzungen ist, dass es zwischen den betroffenen Personen irgendwann in der Vergangenheit einen Punkt gab, an dem die Beziehung neutral oder gut war – auf der Systemgesetzebene. Das bedeutet, dass es eine Zeit gab, in der keine ungelösten Systemgesetzverletzungen vorhanden waren. Nur von diesem Punkt aus kann die benötigte wertschätzende Haltung eingenommen werden.
Wenn man die Betroffenen fragt: „Wann war es noch gut?“, neigen sie oft dazu, chronologisch rückwärts durch die Verletzungen der Vergangenheit zu gehen. Dies führt häufig dazu, dass negative Emotionen aufgewühlt werden, was die eigentliche Aufarbeitung erschwert.
Besser ist es, direkt zum Anfang der Beziehung zurückzugehen und zu fragen, ob es beim Kennenlernen gut oder zumindest neutral war. Dies ermöglicht es, die ursprünglichen positiven Gefühle zu erfassen, bevor Verletzungen aufgetreten sind. In der Regel gab es zu Beginn keine Systemgesetzverletzungen, was bedeutet, dass die Beziehung in einem neutralen oder positiven Zustand war. Von diesem Punkt aus lässt sich der Prozess der Auflösung besser beginnen, ohne alte Wunden unnötig aufzureißen. Dann sucht man den ersten Moment, in dem es Systemgesetzverletzung gab.
Dabei ist es wichtig, den Fokus auf die Systemgesetzebene zu legen, nicht auf die Beziehungsebene. Man kann eine Person gut leiden, partnerschaftlich verbunden sein oder sie als Kollegen schätzen, aber ungelöste Themen auf der Systemgesetzebene können dennoch wiederholt zu Spannungen führen.
3. Die Personen waren zum Zeitpunkt der ersten Verletzung ausgeglichen kraftvoll genug
Damit eine Systemgesetzverletzung wirklich aufgearbeitet werden kann, ist es wichtig, dass die betroffenen Personen zum Zeitpunkt der ersten Verletzung ausreichend Schwert und Herz haben. Mit einer zu harten oder zu weichen Person lässt sich der Konflikt ggf. nicht lösen. Dann muss durch Coaching die fehlende Ressource Schwert/Herz entwickelt werden.
4. Die Verletzung wird sprachlich richtig angesprochen und aufgelöst
Die Art und Weise, wie die Verletzung angesprochen wird, ist entscheidend. Sie muss klar, direkt und respektvoll formuliert werden. Es geht darum, die richtige Sprache zu finden, die den Kern der Verletzung trifft, ohne neue Konflikte zu schaffen.
Verletzte Person: die 3 Ws
Wertschätzende Haltung
Beginnt damit, eine wertschätzende Haltung einzunehmen. Dazu gehört, sich an die Zeit zu erinnern, in der es gut oder zumindest neutral war. Diese Haltung ist notwendig, um die Kommunikation nicht von negativen Emotionen leiten zu lassen.
Frage an beide Personen: „Führt die Erinnerung an die wertschätzende Zeit zu einer positiven Haltung?“
TIPP: Gehe immer zum Kennenlernen.
Wahrnehmung
Beschreibe die Situation oder das Verhalten, das zur Verletzung geführt hat. Wichtig ist, dies ohne Vorwurf oder Interpretation zu tun, sondern lediglich die Fakten darzustellen.
Frage an die verletzende Person: „Ist klar, um welches Verhalten es geht?“
Wirkung
Zeige die Wirkung auf, die das Verhalten hatte, indem Du das Basisgefühl I beschreibst/zeigst – das unmittelbare Gefühl von Schmerz oder Leid. Verzichte auf Denkgefühle, und beschreibe es so, als ob Du einem Arzt ein körperliches Symptom erklärst.
Alles andere kann als Vorwurf aufgefasst werden. Das kann eine Lösung verhindern und neue Verletzungen erzeugen.
Prüfung: Kommt bei der verletzten Person an, dass das Leid gesehen wird?
Alles andere kann als Vorwurf aufgefasst werden. Das kann eine Lösung verhindern und neue Verletzungen erzeugen.
Beispiel: „Wir waren um 15:00 Uhr verabredet. Als ich um 15:30 Uhr auf die Uhr geschaut habe, warst Du nicht da. Das hat bei mir Druck in der Brust ausgelöst.”
Verursachende Person: Die 3 As
Anerkennung des Leides
Die verursachende Person muss das Leid anerkennen, ohne sich zu rechtfertigen oder zu erklären. Einfache Worte wie: „Es war nicht meine Absicht, und es tut mir leid, dass Du Dich so fühlst“, zeigen, dass das Leid gesehen wird. Entscheidend ist die aber Haltung, nicht so sehr die Worte.
Frage an die verursachende Person: „Kann die Anerkennung des Leides das Basisgefühl I der verletzten Person verändern?“
Wichtig: Es geht nicht um eine Entschuldigung, sondern um das Anerkennen des Leides, ohne dass es zu einer Rechtfertigung oder Erklärung der eigenen Handlung kommt. Oft tendieren wir dazu, uns zu erklären. Das sollte nur in absoluten Ausnahmefällen getan werden. Die Gefahr, dass die Erklärung zu neuen Verletzungen führt, ist sehr groß.
Ausgleich
Die verursachende Person übernimmt die Verantwortung für die entstandene Wut, wieder ohne Rechtfertigung. Die verursachende Person sagt: „Du bist zu Recht wütend auf mich.“ Dies zeigt, dass die Verletzung und die Emotionen der verletzten Person nicht negiert, sondern angenommen werden.
Beispiel: Im Straßenverkehr nimmt Dir jemand die Vorfahrt. Du erschrickst/bekommst ein ungutes Gefühl im Bauch und wirst wütend. Der Verursacher hebt die Hand. Dies führt sofort dazu, dass Du Dich entspannst und das ungute Gefühl im Bauch und die Wut sich lösen.
Wichtig: Es geht in der Regel nicht darum, 100 % der Wut zu übernehmen, sondern nur den Anteil, für den man wirklich verantwortlich ist. Dabei ist es nicht entscheidend, den exakten Anteil der Wut zu benennen, sondern dass es sich für beide Seiten stimmig anfühlt. Häufig wird während des Prozesses klar, dass vielleicht nicht alle Verursacher der Wut bekannt sind oder dass Vorverletzungen existieren, die bisher übersehen wurden. Dies erklärt, warum die Wut vielleicht intensiver erscheint als erwartet.
Aussicht
Die verursachende Person reflektiert darüber, wie sie in der Situation anders gehandelt hätte: „Mit dem Wissen von heute hätte ich anders gehandelt“ oder „Hätte ich gewusst, dass es Dich verletzt, wäre ich anders vorgegangen.“ Es ist wichtig, eine realistische Aussicht zu geben, wie das Verhalten in ähnlichen Situationen in Zukunft anders gestaltet wird.
Frage an die verletzteverursachende Person: „Führt diese Aussicht zu einem neuen Denkgefühl? Verändert sich Ddeinedie innere Brille der verletzten Person?“
Dabei ist es von großer Bedeutung, dass das Verhalten realistisch und umsetzbar ist. Wenn die verursachende Person in der Zukunft das vereinbarte Verhalten nicht zeigt, spricht man von einer doppelten Verletzung, da die Person jetzt weiß, dass das Verhalten verletzend ist, und dennoch nicht darauf reagiert.
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5. Neue Brille
Der letzte Punkt im Power-Code ist die neue Brille. Hier geht es darum, dass nach der Auflösung einer Systemgesetzverletzung eine nachhaltige Veränderung der Wahrnehmung stattfindet. Diese Brille verändert die Art und Weise, wie die verletzte Person die verursachende Person und deren Verhalten in der Vergangenheit und Zukunft sieht.
Im Prozess der Klärung wird eine neue Brille entwickelt, wenn die verursachende Person beschreibt, wie sie mit dem heutigen Wissen in der damaligen Situation anders gehandelt hätte. Dadurch wird die alte Brille der verletzten Person, die durch die Verletzung entstanden ist, abgelegt. Sie erkennt, dass das damalige Verhalten nicht aus böser Absicht erfolgte, sondern dass das Wissen über die Folgen fehlte.
Weiterhin gilt es, zu prüfen, ob durch die ursprüngliche Verletzung eine Rückverletzung von der anderen Seite ausgelöst wurde, die so nicht stattgefunden hätte, wenn die erste Verletzung vermieden worden wäre.
Beispiel:
Jemand kommt 45 Minuten zu spät zu einem Treffen, was bei der anderen Person ungute Gefühle auslöst. Als Reaktion darauf beendet die verletzte Person das Treffen frühzeitig und spricht wenig. Diese Rückverletzung wäre so nicht passiert, wenn die ursprüngliche Person das Treffen nicht durch ihr Zuspätkommen beeinträchtigt hätte. Während der Klärung sagt die verursachende Person: „Mit dem Wissen von heute, dass mein Zuspätkommen Dich verletzt hat, hätte ich damals Bescheid gegeben, dass ich mich verspäte.“ Und ebenso sagt die verletzte Person: „Hättest Du damals Bescheid gegeben, hätte ich das Treffen nicht frühzeitig beendet.“ Hier wird deutlich, dass beide Seiten eine neue Brille aufsetzen, weil beide erkennen, dass ihr Verhalten auf der ursprünglichen Verletzung basierte.
Zusätzlich zur Rückschau auf die Vergangenheit geht es auch um die Zukunft: Die verursachende Person erklärt, wie sie sich künftig in ähnlichen Situationen verhalten wird. Dies verstärkt die Veränderung der Denkweise und zeigt, dass die verursachende Person nicht nur das Problem verstanden hat, sondern auch aktiv daran arbeitet, solche Verletzungen in der Zukunft zu vermeiden.
Die neue Brille als eigenständige Voraussetzung im Power-Code stellt sicher, dass das Denkgefühl der verletzten Person langfristig verändert wird. Es wird sichergestellt, dass die verletzte Person die verursachende Person nicht mehr durch die alte, verletzte Brille sieht, sondern die Beziehung auf einer neuen, unbelasteten Grundlage fortführen kann.
Fazit
Beim Power-Code geht es darum, die negativen Folgen einer Systemgesetzverletzung wieder rückgängig zu machen. Die fünf Voraussetzungen des Power-Codes sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern konkrete Werkzeuge, die Führungskräfte in ihrer täglichen Arbeit einsetzen können. Indem sie lernen, Systemgesetzverletzungen in ihrem Team oder bei sich selbst zu erkennen und systematisch aufzulösen, schaffen sie eine Kultur des Vertrauens und der Klarheit. Dies führt langfristig zu einer stabileren und produktiveren Arbeitsumgebung, in der Konflikte offen und effektiv angegangen werden.
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Experte zu System Empowering-Methoden
Felix Lehmann
Felix Lehmann ist hauptverantwortlicher Coach und Mediator bei FAIRFAMILY. In dieser Rolle unterstützt er Unternehmensinhaber, Führungskräfte und Mitarbeiter mit unermüdlichem Einsatz, profunder Expertise und ausgereifter Methodik.